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Krankengeld
Krankengeld

Was ist Krankengeld?

Das Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Es wird gezahlt, wenn Sie länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind und der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung mehr leisten muss.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Voraussetzungen für den Anspruch sind:

  • Sie sind gesetzlich krankenversichert (nicht privatversichert).
  • Sie sind aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig.
  • Die Arbeitsunfähigkeit dauert länger als sechs Wochen an.

Wichtig: Es zählt, dass Sie rechtzeitig und lückenlos krankgeschrieben sind – ohne Unterbrechung.

Wie viel Krankengeld bekomme ich?

Das Krankengeld beträgt in der Regel:

  • 70 % des Bruttoverdienstes, aber maximal 90 % des Nettoverdienstes.
  • Der maximale Tagessatz ist gesetzlich begrenzt (aktuell ca. 116 €/Tag, Stand 2025).

Abgezogen werden Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Krankengeld wird maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren für dieselbe Krankheit gezahlt. Wird eine neue Krankheit festgestellt, kann ein neuer Anspruch entstehen.

Was ist mit Wiedereingliederung?

Nach längerer Krankheit ist eine stufenweise Wiedereingliederung („Hamburger Modell“) möglich. Während dieser Phase erhalten Sie weiterhin Krankengeld. Ziel ist es, langsam wieder in den Arbeitsalltag zurückzukehren.

Was tun bei Problemen?

Wenn die Krankenkasse Zahlungen verweigert oder plötzlich beendet, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Widerspruch einlegen – innerhalb eines Monats nach Bescheid.
  • Sozialgerichtliche Klage – falls der Widerspruch abgelehnt wird.
  • Beratung durch Sozialverband oder Anwalt – bei unklarer Lage.

Tipps für Betroffene

  • Achten Sie auf lückenlose Krankschreibungen – auch an Wochenenden und Feiertagen.
  • Halten Sie regelmäßig Kontakt zur Krankenkasse.
  • Dokumentieren Sie alle Arzttermine und AU-Bescheinigungen sorgfältig.

Fazit

Das Krankengeld schützt gesetzlich Versicherte bei längerer Krankheit vor finanziellen Einbußen. Wichtig sind genaue Fristen, vollständige Unterlagen und gute Kommunikation mit Ärzten und Krankenkasse. Bei Problemen stehen Ihnen rechtliche Wege offen.

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